"Leise flehen meine Lieder"

Die Sopranistin Hanna-Elisabteh Müller (Foto: Chris Gonz)

Zweites DIALOGE-Konzert mit Werken von Sandner, Schubert und Haydn

Zu ihrem zweiten DIALOGE-Konzert der Spielzeit 2011/12 lädt die Thüringen Philharmonie Gotha um Gastdirigent Juri Lebedev am Mittwoch, 25. Januar 2012, um 20 Uhr in die Margarethenkirche Gotha ein. Im Zentrum des Abends stehen sechs Lieder von Franz Schubert in der Instrumentierung von Franz Mottl, die mit einem eigens für die Reihe DIALOGE komponierten Vorspiel des Erfurter Komponisten Leo Sandner sowie Joseph Haydns Sinfonie Nr. 49 f-moll in einen Dialog treten werden. Als Gastsolistin begrüßt der Klangkörper die junge Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller.

Anlässlich ihrer Jubiläumssaison "360 Jahre Orchestertradition in Gotha" hat die Thüringen Philharmonie Gotha einen Kompositionsauftrag an den Komponisten Leo Sandner vergeben, der für die vier DIALOGE-Konzerte dieser besonderen Spielzeit jeweils ein Vorspiel geschrieben hat. Die Vorspiele, von denen das erste bereits zur Eröffnung der Reihe im vergangenen November den Raum der Margarethenkirche mit faszinierenden Klängen erfüllte, beziehen sich dabei immer auf das Motto des jeweiligen Abends, das auch diesmal einer Schubert-Komposition – "Leise flehen meine Lieder" – entnommen wurde.

Im Rahmen der DIALOGE-Reihe erklangen bereits in der vergangenen Saison die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner. Vier der fünf Werke dieses Liederzyklus hat dabei nicht Wagner sondern der Komponist und begabte Wagner-Dirigent Felix Mottl für Orchester gesetzt. Mottl, der seit 1886 regelmäßig in Bayreuth dirigierte und bis 1906 insgesamt 69 Aufführungen der dortigen Festspiele leitete, instrumentierte darüber hinaus auch zahlreiche Schubert-Lieder. Gemeinsam mit der 1985 in Mannheim gebürtigen Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller von der Bayerischen Staatsoper München führt die Thüringen Philharmonie Gotha sechs dieser Kompositionen, deren Orchestersatz sich durch sanfte Intimität und transparente Eleganz auszeichnet, in ihrem DIALOGE-Konzert auf.

Joseph Haydns Sinfonie Nr. 49 "La Passione" aus dem Jahr 1768 ist die einzige Sinfonie des Komponisten, die in der für die damalige Zeit höchst ungewöhnlichen Tonart f-moll steht. Hinzu kommt, dass das Werk mit einem langsamen und sehr düsteren Satz beginnt. Dies hat die nachfolgenden Generationen häufig zu der Vermutung veranlasst, persönliche Vorkommnisse im Leben des Komponisten – so brannte 1768 Haydns Wohnhaus ab! – seien für den dunklen Charakter der Sinfonie verantwortlich. Haydn selbst ging in seiner ihm üblichen Art hingegen recht nüchtern mit dem besonderen Ausdrucksgehalt des Werkes um und überschrieb es lediglich mit: "Sinfonia in F minore".

Interessierte Musikfreunde können sich bereits ab 19.15 Uhr bei einem Einführungsvortrag von Günter Müller-Rogalla auf den Abend einstimmen.

Karten für das Konzert D2 zum Preis von 15 € bzw. 10 €/5 € (ermäßigt) sind in der Geschäftsstelle der Thüringen Philharmonie (Tel. 03621-751776), in der Margarethenkirche sowie an der Abendkasse erhältlich.