Musik zwischen Mystik und Wirklichkeit

Plakat Romantische Naturklänge
Solistenquartett der Sinofniekonzerte am 23. u. 24.11.2017 (Foto: Luise Ehrhardt)

Gleich vier Solisten hat das nächste Sinfoniekonzert der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach am 23. und 24. November 2017 zu bieten und diese kommen aus den eigenen Reihen des Orchesters. Auf dem Programm steht unter anderem die geheimnisvolle „Sinfonia Concertante in Es-Dur“ Köchelverzeichnis 297b für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester – ob sie tatsächlich aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart stammt, ist nicht zweifelsfrei zu klären. Bis heute existiert lediglich eine Abschrift aus dem 19. Jahrhundert. In ihrem diffizilen Bläsersatz präsentieren sich Elke von Frommannshausen (Oboe), Horst Endter (Klarinette), Matthias Standke (Horn) und Stefan Goerge (Fagott) wie in einer Mischung aus Concerto grosso, Divertimento, Serenade und Solokonzert. Eben solch ein Werk hatte Mozart in seinen letzten Salzburger Jahren für die Solisten der Mannheimer Hofkapelle angekündigt.

Im knapp 350 km östlich von Salzburg gelegenen Eisenstadt komponierte Joseph Haydn 1783 seine letzte Oper für Fürst Nicolaus I. von Esterházy, auch der Prachtliebende genannt. Mit seiner „Armida“ erfüllte Haydn den Wunsch seines Dienstherrn nach einem Werk, mit dem er alle technischen Raffinessen seines kleinen Theaters effektvoll demonstrieren könne. Zugleich handelte es sich um ein damals schon oft vertontes Sujet. Bereits Händel und Vivaldi hatten sich des Stoffes um die Zauberin Armida angenommen, die den Helden Rinaldo mit ihrer Liebe in einen Gewissenskonflikt zwischen Emotion und politischem Auftrag stürzt. Und eben diesen Widerstreit großer Gefühle fängt Haydn bereits in der Ouvertüre auf. Damit eröffnen den Konzertabend blitzende kriegerische Fanfaren, man begegnet der irrealen Zauberwelt Armidas und ihrer lyrischen Anziehungskraft und erlebt vor allem den inneren Kampf des Haupthelden Rinaldos.

Unter dem Eindruck des Verliebtseins entstand 1883 Johannes Brahms Dritte Sinfonie. Kurz zuvor war der 50-jährige Junggeselle der 26-jährigen Altistin Hermine Spies begegnet, die beim gemeinsamen Musizieren sein Herz entfachte. Doch es kam zu keiner festen Bindung. Brahms fasste es in die Formel „frei, aber froh“ und setzte dieses Motto auch musikalisch an den Beginn seiner Dritten mit der Tonfolge f - a - f. So klingt in allen vier romantischen Sätzen Leidenschaft, Zartheit, aber auch Entsagung. Künstlerisch geleitet wird der Abend von Chefdirigent Russel Harris.

Konzerttermine

Do, 23.11.2017, 20 Uhr / Kulturhaus Gotha

Fr, 24.11.2017, 19.30 Uhr / Landestheater Eisenach

 

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