Sinfoniekonzert: Gesänge der Liebe

Markus Huber, Dirigent (Foto Rene Achenbach)
Filip Bandžak, Bariton (Foto: Bandžak)
Markus Huber, Dirigent (Foto Rene Achenbach)

Spannungsvolle, wohlklingende und bedeutsame Melancholie hat die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach auf ihr Sinfoniekonzertprogramm im November gesetzt. Eingerahmt von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ und Gustav Mahlers „Totenfeier“, widmet sie sich zwei schwermütigen Liederzyklen, die sich ebenfalls mit den großen Fragen des Daseins beschäftigen. Interpretiert vom tschechischen Bariton Filip Bandžak erklingen Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, in denen der damals erst 23-jährige Komponist 1883 an Schuberts „Winterreise“ anknüpft. In vier meist lyrischen Gesängen durchwandert der Ruhelose alle Seelenzustände verschmähter Liebe. Jedem einzelnen Lied legt Mahler dabei Naturbilder von plastischer Ausdruckskraft zugrunde. Am Ende findet der Wanderer Trost unter einem Lindenbaum, der ihn sanft in den Schlaf oder Tod wiegt.

Eher selten auf den Konzertprogrammen finden sich Hugo Wolfs letzte drei Lieder nach Sonetten Michelangelos. Hier steht der leidende Künstler im Mittelpunkt, der am Lebensabend über den Wert seiner Existenz sinniert. Musikalisch arbeitet Wolf dabei fast asketisch, ganz auf das Wort konzentriert. Dass er damit 1897 seinen eigenen Abgesang schrieb, mag Wolf geahnt haben, denn mit nur 43 Jahren  verstarb der Komponist 1906 in völliger geistiger Umnachtung. Zwischen beiden Vokalwerken fügt sich Dieter Schnebels knapp sechsminütiges „Mahler Moment“ von 1986 als ideales Intermezzo ein. Der erst im Mai dieses Jahres verstorbene Avantgardist widmete sich in zwei mehrsätzigen Instrumentalwerken Komponisten der Vergangenheit aus heutiger Sicht. In „Mahler Moment“ greift er wenige Takte aus Mahlers viertem Satz der neunten Sinfonie auf, die sich mit einem visionären Jenseits befassen.

Eröffnet wird das Konzert unter der Leitung von Gastdirigent Markus Huber mit Vorspiel und Liebestod aus Wagners „Tristan“. Kein anderes musikdramatisches Werk des 19. Jahrhunderts strahlt eine solche Suggestivkraft aus, wie der 1865 in München uraufgeführte „Tristan“. Keinem anderen Werk gelingt es über vier Stunden durch ständig nach Auflösung drängende Chromatik den Zuhörer zu bannen. Erst Isoldes „Liebestod“ bringt die ersehnte Erlösung im physischen wie philosophischen Sinne. Mahlers „Totenfeier“, die das Konzert beschließt, wurde zunächst 1888 als Einzelwerk konzipiert, später zum ersten Satz der zweiten Sinfonie. In einem endlosen Trauerzug zieht das bewegte Leben eines geliebten Menschen am Hörer vorbei. Leidenschaft und Zerrissenheit, Gespaltenheit und Suche nach Harmonie werden hier mit einer elementaren Wucht geschildert, wie sie nur Mahler kannte, dem selbst kein Abgrund zu tief war.

 

Termine:
Do, 15. November 2018, 20 Uhr | Stadthalle Gotha
Fr, 16. November 2018, 19.30 Uhr | Landestheater Eisenach

 

 

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