Dreifach virtuos: Leichte und schwere Kost

Thüringen Philharmonie spielt Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms.

Es ist ein weiter Bogen, der im 5. Sinfoniekonzert, am 7. Februar 2019, um 20. 00 Uhr im Kulturhaus Gotha, gespannt wird. Unter Leitung des Italieners und derzeitigen Chefdirigent des Orchestra UniMi in Mailand Alessandro Crudele (Foto) steht zu Beginn die Sinfonie G-Dur, KV 318 von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie ist die erste von drei Sinfonien, die bis 1780 vorlagen.

Die Besonderheit des G-Dur-Werkes liegt zunächst in der Einsätzigkeit. Deshalb ist es nicht abwegig auch von „Ouvertüre“ zu sprechen. Doch dann erhebt sich die Frage, was folgt danach? Der Mozartforscher Alfred Einstein hat vermutet, es sei die Auftaktmusik zu dem Singspielfragment à la francaise, das im 19. Jahrhundert „Zaide“ genannt wurde. Ebenso könnte es aber auch als Vorspiel zu dem heroischen Drama „Thamos, König in Ägypten“ gedacht sein – hierfür hatte Mozart schon Chöre und Zwischenaktmusiken komponiert – all dies sind jedoch Fragmente geblieben. Die Frage muss vorerst unbeantwortet bleiben. Die einsätzige Sinfonie KV 318 indes ist ein vollgültiges, in sich geschlossenes Werk für großes Orchester, wenn auch nur von etwa achtminütiger Dauer und präsentiert sich in üppiger Besetzung: je zwei Flöten, Oboen und Fagotte, zwei Paar Hörner, Pauken und Streicher.

Der Erfolgsweg von Beethovens Tripelkonzert, dessen Aufführung dann folgt, begann holprig. Die ersten Aufführungen 1808 im Leipziger Gewandhaus und wenige Monate später in Wien wurden sehr verhalten aufgenommen. Konnten die einen mit der ungewöhnlichen Form und Besetzung nichts anfangen, so taten es andere als belanglose Unterhaltung ab. Erst eine legendäre Einspielung unter Herbert von Karajan 1969 mit den Solisten David Oistrach (Violine), Mstislaw Rostropowitsch (Violoncello) und Swjatoslaw Richter (Klavier) zeigte, was wirklich in dem Werk steckt. Insbesondere der Cellist muss regelrechte Drahtseilakte in höchsten Lagen vollführen. Mit den beiden Koreanerinnen Sania Cheong (Violine) und E-Hyun Hüttermann (Klavier) sowie dem Wiener Cellisten Stefan Kropfitsch stehen in Gotha Solisten von internationalem Rang zur Verfügung. Und der Musikkritiker Jan Vogler bemerkte: „Wenn es wirklich gut gespielt ist, verliebt sich das Publikum sofort in das Werk!“

Wesentlich gewichtiger und von ganz anderer Natur präsentiert sich nach der Pause die vierte Sinfonie von Johannes Brahms. Sie ist gleichsam das sinfonische Schlusswort des großen Romantikers. Brahms betritt in der Vierten neue Wege, bricht vor allem mit der klassischen Tradition triumphaler Finali und vereint ungewohnt Neues mit Bach'schen Satztechniken. Uraufgeführt wurde die Sinfonie im Oktober 1885 im südthüringischen Meiningen. Kein Geringerer als Hans von Bülow hatte die Einstudierung übernommen, die Premiere dirigierte jedoch Brahms selbst und verschaffte dem schwierigen Werk damit einen sensationellen Erfolg.

Das A 5-Konzert findet am 7. Februar (20 Uhr) im Kulturhaus Gotha statt, die Wiederholung erfolgt als 3. Sinfoniekonzert am 8. Februar im Landestheater Eisenach (19.30 Uhr).