Orientalische Reise

Thüringen Philharmonie spielt Werke von Gustav Holst, Maurice Ravel und Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow

Die drei Werke des zehnten Anrechtskonzerts am

Do., 4. Juli 2019, 20.00 Uhr, Kulturhaus Gotha 

Fr., 5. Juli 2019, 19.30 Uhr, Landestheater Eisenach

führen die Hörer auf eine orientalische Reise. 

Welch unterschiedliche und dennoch faszinierende Anziehungskraft der Orient für Komponisten an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert besaß, belegen die drei Werke des letzten Anrechtskonzerts der Saison am Donnerstag, dem 4. Juli 2019 im Kulturhaus Gotha.

Unter der Leitung von Russell Harris wird ein bunter Bilderbogen aufgeschlagen, der Nah- und Fernost in allen Farben schillern lässt. Zum Auftakt präsentiert sich Gustav Holsts Orientalische Suite „Beni Mora“. Der 1874 geborene Engländer ist vor allem mit seinem Zyklus „Die Planeten“ in die Musikgeschichte eingegangen, dessen wirkungsvolle Sätze auch als Filmmusik ein breites Publikum eroberten. „Beni Mora“ dagegen entstammt den ganz persönlichen Reiseeindrücken, die er auf einem Erholungsurlaub am Ende seines gesundheitlich stark angeschlagenen Lebens über Spanien nach Algerien unternahm. Ursprünglich nur einsätzig konzipiert, erweiterte Holst sein Werk auf eine dreisätzige Suite, die versucht, verschiedenste Situationen und Atmosphären einzufangen.

Maurice Ravel dagegen beschäftigte sich von frühester Jugend an mit dem Orient. In der avantgardistischen Pariser Gruppe „Les Apaches“, einer Vereinigung aus ebenso kreativen wie künstlerischen Bürgerschrecks stieß er auf den unter dem Pseudonym wirkenden Lyriker Tristan Klingsor. Aus dessen Gedichtzyklus „Shéhérazade“ wählten beide drei Lieder aus und schmiedeten sie zu einem kleinen Zyklus. Scheherazade, der Erzählerin aus „Tausendundeiner Nacht“, obliegt die schwierige Aufgabe, ihren brutalen Sultan Nacht für Nacht mit ihren Geschichten soweit zu überzeugen, dass sie nicht wie ihre Vorgängerinnen geköpft wird. Ravel lässt „seine Shérérazade“ alle erdenklichen erotischen Fantasien aufleuchten, versucht den Sultan durch ihre Reize im schillerndsten Licht erglänzen zu lassen und gewinnt schließlich das perfide Spiel. Als Sopranistin wird die georgische Sängerin Khatune Mikaberidze zu erleben sein, die besonders als Opernsängerin die Bühnen der Welt erobern konnte.

Ganz anders geht Rimski-Korsakow vor. Rein instrumental reiht er vier Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“ aneinander, mit denen Scheherazade den Sultan bei Laune hält, am Ende bekehrt, und sogar zur neuen Königin gekürt wird. Zunächst ist es eine wilde Seefahrt Sindbads, der aus allen Gefahren glorreich hervorgeht. Dann wird Prinz Kalender vorgeführt, ein russischer Eulenspiegel, der den Sultan zum Lachen bringt, so erweckt das anrührende Prinzenpaar die weiche Seite des Sultans, bis letztendlich eine nochmals orkanartige Seefahrt den Bösewicht seiner gerechten Strafe zuführt. Bekehrt und geläutert schwört der Sultan jeglicher Gewalt ab und heiratet seine kluge Erzählerin Scheherazade.

Als Solistin agiert Isabel Stüber Malagamba (Foto). Die deutsch-mexikanische Mezzosopranistin Isabel Stüber Malagamba wurde in Karlsruhe geboren und erhielt bereits mit sieben Jahren den ersten Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht. Sie studierte Operngesang bei Michail Lanskoi an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar.

Dirigent des Konzertes ist Russell Harris.