Kaffee im Walzertakt
Populäres Konzert der Philharmonie im Lindenhof
Gotha. Wieder einmal war es soweit, dass vom Best Western Hotel "Der Lindenhof" zum traditionellen "Kaffee- und Kuchenkonzert" am Sonntagnachmittag eingeladen wurde. Hoteldirektor Olaf Seibicke konnte dazu über 200 Gäste im ausverkauften Saal begrüßen, die sich von bekannten Melodien verwöhnen lassen wollten. Kaffee und Kuchen gab es im Anschluss daran.
Es war also fast wie im Wiener Kaffeehaus, nur die Besetzung des Orchesters war hier größer, und die Besucher lauschten ohne das dort übliche Gemurmel aufmerksam den eingängigen Melodien. Mit großer Besetzung trotzte die Thüringen Philharmonie Gotha der etwas trockenen und stumpfen Akustik, sodass der volle Orchesterklang die Zuhörer dafür mehr als entschädigte.
Chefdirigent Stefanos Tsialis stellte die Musikstücke unter das Motto "Die Liebe" und würzte seine Moderation mit unterhaltsamen Anekdoten und Zitaten zu diesem ewig jungen Thema. Bereits zu Beginn die "Fledermaus-Ouvertüre" von Johann Strauß (Sohn) spiegelte die Irrungen und Wirrungen wider, die in dieser Operette von den handelnden Personen durchlebt werden. "Oh je, oh je, wie rührt mich dies" war denn auch von einigen mitsummenden Gästen zu hören.
Der Polka-Mazur "Frauenherz" von Josef Strauß folgten die Johann-Strauß-Walzer "Wein, Weib und Gesang" sowie der "Liebes-Lieder-Walzer". Dazwischen spielte die Philharmonie den "Fatinitza-Marsch" von Franz von Suppé, dessen mitreißender Schwung das Publikum zum spontanen Mitklatschen animierte. Und beim herrlich eingängigen "Eva-Walzer" aus Franz Lehárs gleichnamiger Operette gab es nicht wenige, die innerlich im Walzertakt mitschwebten, zumindest verriet es der selige Ausdruck auf so manchem Gesicht.
Tsialis und die Thüringen Philharmonie brachten dann die charmant-kokette "Fächer-Polonaise" von Carl Michael Ziehrer, bevor sie mit dem Galopp "Frisch durchs Leben" von Johann Strauß und der Schnellpolka "Plappermäulchen" von Bruder Josef den offiziellen Teil beendeten. Denn es versteht sich bei einem solchen Programm fast von alleine, dass Dirigent und Orchester nicht ohne Zugabe entlassen werden. Für die begeisterten Zuhörer gab es daher zunächst - mit Wärme und Temperament gespielt - den Johann-Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau".
Als anschließend die kleine Trommel im markanten Takt zu schlagen begann, wusste jeder im Saal, dass mit dem folgenden "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß (Vater) das tatsächliche Ende einer vergnüglichen musikalischen Stunde kam. Es bleibt aber die Freude auf das kommende Jahr, in dem dieses sonntägliche Konzert eine Neuauflage erfahren soll.
