Unterschrift als letzter Akt
Am Freitag wurde die Finanzierungsvereinbarung für die Thüringen Philharmonie Gotha bis zum Jahr 2016 unterzeichnet. Nur durch kräftige Mittelaufstockung von Kreis und Stadt gelang der Erhalt des renommierten Klangkörpers.
Gotha. Endlich ist der letzte Akt vollzogen - die Unterschrift unter die Finanzierungsvereinbarung für die Thüringen Philharmonie Gotha. Nun herrscht Sicherheit, wenigstens bis 2016. So lange gilt die Vereinbarung. Er hoffe, so Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD), dass die nächste ohne zeitliche Befristung sein möge.
Sein Parteikollege Christoph Matschie , seines Zeichens Thüringens Kultusminister sowie Landrat Konrad Gießmann (CDU) hatten sich am Freitag ebenso zur feierlichen Unterschrift im Probenraum des Klangkörpers eingefunden, wie die Musiker selber.
Es wurden Floskeln bemüht wie die von der "großen Kraftanstrengung zum Erhalt des Orchesters" oder die des "gut angelegten Geldes". Dabei wäre es fast an diesem gescheitert. Gothas Oberbürgermeister blendete auf den sechsten Tag seiner Amtszeit zurück, als er nach Erfurt bestellt wurde, um mitgeteilt zu bekommen, dass die Thüringen Philharmonie abgewickelt werden solle.
Der neue Vertrag mit vierjähriger Laufzeit sieht vor, dass der Kreis jährlich 1,065 Millionen Euro an Zuschüssen an das Ensemble zahlt. Das sind 66.600 Euro mehr als zuvor.
Die Stadt Gotha steuert 533.000 Euro bei, was einem Mehrbetrag von 33.400 Euro entspricht. Das Land ist mit 800.000 Euro im Boot, zuzüglich 400.000 Euro, die über den Umweg Theater Erfurt gezahlt werden. Dieses wiederum reicht die Summe an die Thüringen Philharmonie weiter, welche sich im Gegenzug verpflichtet, in der Landeshauptstadt Konzerte zu geben.
Die Erhöhung des Orchesteretats war unumgänglich geworden, um den Musikern am Flächenvertrag angelehnte Gehälter zahlen zu können. Das Land hatte diese Tarifangleichung zwingend verlangt, sich aber nicht an deren Finanzierung beteiligt. Und so verwunderte es gestern den einen oder anderen Gast der Unterschriftenzeremonie, dass der Kultusminister diesen Fakt als Erfolg verkaufte. Matschie beeilte sich zu erklären, man dürfe nicht fragen, wie viel Kultur sich Thüringen leisten könne, sondern was Kultur für dieses Land leisten könne. Er anerkannte aber im Gegenzug auch, dass es ohne das stärkere finanzielle Engagement von Kreis und Stadt nicht möglich gewesen wäre, das 360 Jahre alte Orchester zu erhalten. Thüringen wäre ohne das Orchester ärmer, so der Kultusminister. Es sei aus der Kulturlandschaft des Freistaates nicht mehr wegzudenken.
Landrat Konrad Gießmann erinnerte nochmals daran, dass es "ein steiniger und nicht einfacher Weg bis zur Unterschrift" gewesen sei. Er hätte aber gern noch mehr finanzielles Engagement seitens des Landes gehabt.

