Bild_header4
Navigation Home » Presse » Ein Kunstgenuss - Gothaer Tagespost, 05.02.2010

Konzertkalender

<< Juli 2010 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Ein Kunstgenuss - Gothaer Tagespost, 05.02.2010

"Dialoge" der Philharmonie in der Margarethenkirche

Von Horst Gröner

Gotha. (tlz) Außergewöhnliches passierte an diesem Konzertabend der Thüringen Philharmonie Gotha in der Margarethenkirche. Unter dem Motto "Jauchzet Gott in allen Landen" war Musik zu hören, die es so bisher in dieser Stadt nicht zu erleben gab. Und dazu noch eine Ausnahme-Solistin, die dem Abend den ganz besonderen Glanz verlieh.

In Johann Sebastian Bachs Kantate BWV 51, die dem Abend das Motto gab, brillierte die Sopranistin Monika Mauch mit jubelnden Koloraturen, intensiv ausgesungenen Kantilenen und präzisen Spitzentönen. Wie sie dies alles bei bester Textverständlichkeit und scheinbarer Leichtigkeit, hier besonders in dem abschließenden "Alleluja", darbot, das war eine sängerische Leistung der ganz besonderen Art.

Jens Goldhardt am Orgel-Positiv und das Continuo um Michael Hochreither waren ihr dabei zuverlässige Begleiter. Und Zsolt Nagy-Major, Solotrompeter der Staatskapelle Weimar, setzte mit seinem Spiel an der Bach-Trompete dieser Kantate noch besondere Glanzlichter auf. Stürmischer Beifall und Bravo-Rufe dankten dem Orchester und allen Beteiligten für diesen Kunstgenuss der Extraklasse.

Das Konzert unter der Leitung von Chefdirigent Stefanos Tsialis begann mit der "Capriol-Suite" des Engländers Peter Warlock, einem Stück in alt-englischem Stil und erkennbar auf Tänzen des Mittelalters basierend. Wie sich hier vom Streichorchester vorgetragene verhaltene Freude, wirbelnde Rhythmen und heiter bewegte Tempi zu einem Ganzen verbanden, das war schon eine ungewöhnliche Begegnung mit Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Zu einer musikalischen Entdeckung ersten Ranges geriet dann die abschließende Sinfonie Nr. 1 D-Dur von Charles Gounod. Mit jugendlich stürmischen Kontrasten begann der erste Satz "Allegro molto", fein differenziert und aufblühend kam der zweite Satz "Allegro moderato" herüber.

Im dritten Satz "Scherzo: Non troppo presto", der insgesamt tänzerisch verspielt wirkte, glänzte Rainer Suschka mit einem einfühlsamen Oboensolo, das diesen Satz zu einem besonderen Hörerlebnis werden ließ. Der letzte Satz "Finale: Adagio - Allegro vivace" begann mit einer getragenen Einleitung und leitete - gleichsam wie Atem holend - über in die spritzig wirbelnden Takte des Finale, bei denen Stefanos Tsialis die Musiker der Philharmonie zu einem höchst engagierten Spiel anfeuerte.

Langer herzlicher Applaus bewies, wie sehr diese relativ unbekannte Sinfonie Gounods den Geschmack des Publikums getroffen hat. Er zeigte auch, dass die neue Reihe "Dialoge" im besten Sinne des Wortes im Herzen der Stadt angekommen war, auch wenn sich bei den folgenden Konzerten noch mehr Besucher an dieser wunderbaren Mischung aus Bekanntem und zu Entdeckendem erfreuen könnten.