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Konzertkalender

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Nach Paris - der Musik wegen - Gothaer Tagespost, 27.02.2010

Thüringen Philharmonie begeistert mit Anrechtskonzert

Von Horst Gröner         

Gotha. (tlz) Ein Fest der unterschiedlichsten Stilrichtungen – so ließ sich das jüngste Konzert der Thüringen Philharmonie Gotha kennzeichnen, das die Musikstadt Paris in den Mittelpunkt des Programms stellte. Vier Komponisten vom 18. bis zum 20. Jahrhundert waren mit teils weniger bekannten, aber genussvollen Werken vertreten, die beim Zuhören Spaß machten, ganz besonders durch die von Chefdirigent Stefanos Tsialis und der ausgezeichnet disponierten Philharmonie gebotene Interpretation.

Wolfgang Amadeus Mozart machte mit seiner als "Pariser" bekannt gewordenen Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 den Anfang. Wieder einmal boten hier die Streicher einen wunderbar h-mogenen Klang, vom schwungvollen Unisonobeginn bis hin zum markanten Schlusspunkt. Dass das Thema des zweiten Satzes "Andante" an das Lied "Kuckuck ruft’s aus dem Wald" erinnerte, unterstrich insbesondere in diesem Teil der Sinfonie die Leichtigkeit und Heiterkeit der Komposition, aber auch der ebensolchen eindrucksvollen Ausführung.

Virtuos wurde es dann im Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-moll von Charles Camille Saint-Saëns. Fulminant gestaltete der Pianist Klaus Sticken die solistisch vorgetragene Konzerteröffnung, bevor das Orchester in den Dialog mit ihm und seinem Instrument eintrat. Die ungewöhnliche Temposteigerung vom "Andante sostenuto" des ersten über das tänzerische  "Allegro scherzando" des zweiten bis zum "Presto" des abschließenden dritten Satzes verlangte von Solist, Dirigent und Orchester ein hohes Maß an Konzentration im präzisen Zusammenspiel der sich rhythmisch schwierig anzuhörenden Passagen.

Der nicht enden wollende jubelnde Applaus des Publikums brachte als Zugabe das Nocturne op. 27 Nr. 2 von Frédéric Chopin, ebenfalls meisterhaft und hingebungsvoll gespielt von Klaus Sticken.  

Die siebenteilige Suite aus der Bühnenmusik zu Victor Hugos "Le Roi s’amuse" ("Der König amüsiert sich") von Léo Delibes griff barocke Musik auf, ein farbiges Wechselspiel der Holzbläser mit den Streichern, vor allem hier den tieferen Stimmgruppen. Diese galante Musik bot den Musikern Gelegenheit zu einer intensiven Darbietung unterhaltsamer Musik mit einem überraschenden Finale.

Gespannt wartete man dann auf das letzte Stück des Abends, die Fantasie "Le bœuf sur le toît" op. 58 ("Der Ochse auf dem Dach") des 1974 verstorbenen  Darius Milhaud. Witzig und geistreich verarbeitete der Komponist hier ein brasilianisches Lied, das ständig sozusagen als ruhender Pol wiederkehrte und zwischen dessen liedhafter Verarbeitung sich immer wieder dissonante Klänge, oft in mehreren Tonarten gleichzeitig, schieben.

Da dies alles in Samba- und Tangorhythmen geschah, mit sichtlicher Freude perfekt und leidenschaftlich von Tsialis und dem Orchester interpretiert, musste daraus fast zwangsläufig ein mitreißendes Konzertstück entstehen. Begeistert reagierten die Zuhörer auf diese scheinbare Provokation, die aber für alle zu einem einmaligen Musikgenuss wurde.