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Konzertkalender

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Erfolgreiches Konzert weckt die Hoffnung auf mehr - Freies Wort, 08.03.2010

Hildburghausen - Eine einzige unruhige Oktobernacht genügte. Mehr Zeit brauchte Mozart nicht, um die Ouvertüre zu seinem "Don Giovanni" niederzuschreiben. Mehr Zeit blieb ihm auch nicht, denn es war die Nacht vor der Uraufführung der Oper. Klassikfreunde wissen das, da gibt es keinen Zweifel für Stefanos Tsialis. Und der Chefdirigent der Thüringen Philharmonie wurde nicht enttäuscht, als er die Frage nach der Entstehung der Ouvertüre an das Hildburghäuser Gastspielpublikum richtete.

Dem Klassikwissen stand die Klassikbegeisterung am Freitag überdies in nichts nach. "Herzlich und aufgeschlossen", nannte Tsialis Publikumsreaktionen. Für ihn war es nach dem Barock-Konzert im vergangenen August die zweite Gelegenheit, Klassik nach Hildburghausen zu bringen. Denn mit Klassik hat es der "kleine Klassiker" - so das Tourismusetikett der Stadt - eigentlich weniger. Zumindest ist davon auf dem Spielplan seines schmucken Barocktheaters wenig zu bemerken. Kabarett, Laienschauspiel, Schlager und Show - vielleicht wird die Hildburghäuser Mischung bald öfter um eine weitere Note ergänzt. Tsialis: "Ich sehe durchaus Potenzial für weitere Konzerte."

Leichtigkeit und Minenspiel

Mit Joseph Haydns "London"-Sinfonie Nr. 104 D-Dur hatte das Orchester zum Abschluss des Konzerts den Beweis angetreten, dass Haydn mehr ist als ein Wegbereiter - und das Publikum zu minutenlangem Beifallssturm hingerissen. Im Mittelpunkt des ersten Teils stand das C-Dur-Konzert für Klavier und Orchester seines Schülers Ludwig von Beethoven. "Mozarts Geist aus Haydns Händen" zu spielen, diese imposante Aufgabe löste der Solist Bernhard Endres mit ebenso beachtlicher Leichtigkeit wie ausgeprägtem Mienenspiel an jenem Flügel, an dem einst auch Max Reger spielte.

Ein musikhistorisch verbürgtes Zeugnis für die Bedeutung jener Stadtbühne, die sich seit ihrer glanzvollen Wiedereröffnung 2008 eher der leichten Muse verschrieben hat. Dabei scheint die opulente Kulisse wie geschaffen für Konzertabende, sowohl was den Genuss der Zuhörer als auch die Ansprüche der Künstler betrifft.

Dass dem Gastspiel der Thüringischen Philharmonie mit den drei Wiener Klassikern bald weitere folgen, konnte Chefdirigent Stefanos Tsialis schon versprechen. "Hier ist so eine wunderbare Atmosphäre, das Theater ist ein wahres Kleinod und Zeugnis einer gewaltigen Kulturtradition, die nicht zugrunde gehen darf." (win)