| Ilmenauer Konzertbesucher freuten sich über Gothaer Gastspiel - Thüringer Allgemeine, 18.04.2010 |
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Nach langer, langer Zeit gastierte endlich wieder einmal die "Thüringen Philharmonie Gotha" in Ilmenau. Der Vorgänger dieses [...] Klangkörpers war einst das hoch geschätzte und geliebte Hausorchester des Ilmenauer Konzertpublikums und der Liebhaber klassischer Musik.
Ilmenau. "Hoffentlich kommen die Gothaer noch einmal wieder", war die bange Äußerung einer Konzertbesucherin angesichts einer großen Anzahl leer gebliebener Plätze. "Wenn schon so wenig Konzerte hier gespielt werden, gehört es sich einfach, dabei zu sein, zumal ein so schönes Programm geboten wird", sagte das Stützerbacher Ehepaar Kaltwasser. [...] Die mehr als 150 Besucher einte an diesem Abend jedoch die Freude an einem wunderbaren Konzert und der unausgesprochene Wille, den Gothaer Philharmonikern, Dirigent Rasmaus Baumann und dem Solisten Gabriel Adriano Schwabe eine angenehme und freundschaftliche Konzertatmosphäre zu schaffen. Das gelang bestens. Den größten Anteil daran hatten selbstverständlich die Musiker, der sehr sympathische Dirigent und der mit viel jugendlichem Schwung und ebensolchem Können spielende Cellist. Das Programm versammelte mit den Komponisten Alexander Borodin (18331887), Edward Elgar (18571934) und Antonin Dvorak (18411904) drei Vertreter der Romantik und Spätromantik. 1880 komponierte Borodin sein populärstes Werk "Eine Steppenskizze aus Mittelasien". Die musikalische bildhafte Plastizität dieses kurzen Stückes sinfonischer Dichtung gestaltete das Orchester mit großer Akribie und hob so das Musikantische aufs Podest. Flirrende Steppenhitze und das Vorbeiziehen einer Karawane erlebten die Zuhörer bildhaft schön. Sie ließen sich vom großen Klang forttragen und merkten erst nach dem Entschwinden der Töne, dass sie eine reale Fata Morgana miterleben durften. Ganz real gestaltete sich nach dem eindrucksvollen Konzerteinstieg der Soloauftritt von Gabriel Adriano Schwabe. Spürbar jugendliche Kraft und sich steigernde Spielfreude des Virtuosen verbanden sich mit dem sensiblen Musizieren des Orchesters zum herausragenden Hörerlebnis. Den orchestralen und musikalisch fulminanten Höhepunkt setzte Dirigent Rasmus Baumann mit Dvoraks 6. Sinfonie. Der lange, herzliche Beifall am Schluss wollte nicht mehr und nicht weniger sagen als: "Gothaer, kommt bald einmal wieder nach Ilmenau!" |
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