| Der Natur auf der Spur - Gothaer Allgemeine, 24.04.2010 |
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Begeisterndes Konzert der Thüringen Philharmonie im Gothaer Kulturhaus Es war wie im richtigen Leben – die erwachende Natur war an allen Ecken zu spüren. Jedes der Stücke in diesem Konzert der Thüringen Philharmonie versprühte Lebenslust und Aufblühen in der Musik. Von Horst Gröner GOTHA. Der Gastdirigent Uros Lajovic – übrigens ein hochgeschätzter Lehrer des Philharmonie-Chefdirigenten Stefanos Tsialis zur Zeit seines Studiums in Wien – verstand es meisterlich, aus dem Orchester solche Gefühle von Lebensfreude herauszuholen. Das Konzert begann mit Richard Wagners "Siegfried-Idyll", einem lyrischen beschaulichen Stück. Die Motive wurden mit ausgeprägter Zartheit vom Orchester vorgestellt, wobei bereits hier Uros Lajovic seine Vorliebe für differenzierte Dynamik bewies. Wundervoll einfühlsam ließ er die verschiedenen Themen erscheinen, immer das Grundmotiv variantenreich umspielend. Zu einem Kabinettstück geriet "The Lark Ascending" (die aufsteigende Lerche) von Ralph Vaughan Williams. Der englische Solist Peter Fisher ließ auf seiner Violine die Lerche höchst einfühlsam über Landschaften seiner Heimat schweben. Die Thüringen Philharmonie bot ihm dabei ein breites Fundament, wie ein Tal, über dem sich die unterschiedlichsten Eindrücke ausbreiten konnten. So wie das Stück begann, endete es auch, im zarten schwirrenden Ton des Soloinstruments. Begeisterter Beifall dankte Fisher für diesen grandiosen lautmalerischen Eindruck. Er revanchierte sich im Gegenzug mit Rezitativ und Scherzo "Caprice" von Fritz Kreisler. Geradezu als klassisch für Naturschilderung gilt Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6 F-Dur op.68 "Pastorale". Wie kein anderes seiner Werke stellt diese Sinfonie den Prototyp einer Programmmusik dar, hat doch Beethoven selbst jedem der fünf Sätze einen thematischen Hintergrund zugeordnet. Uros Lajovic verstand es bestens, das Orchester zu gefühlvoller, sensibler Interpretation des Werkes zu animieren. Hier entstand ein Landschaftsbild – natürlich auch mit Vogelgezwitscher und Kuckucksrufen -, das ausdrucksstärker nicht hätte wirken können. Ob es der Mensch in der Natur war (erster Satz), die Natur selbst (zweiter Satz), der stürmische Umgang mit und in dieser Natur (dritter und vierter Satz) oder die Versöhnung des Menschen mit den Elementen (fünfter Satz), immer gelangen Dirigent und Orchester überzeugende Interpretationen. Die "Stille Freude", wie es das programmatische Thema des Abends ankündigte, wurde hier zu einem begeistert aufgenommenen Erlebnis für die Zuhörer und sichtlich auch für die Interpeten selbst – ein Konzertabend, der sich würdig in die Reihe der außerordentlichen musikalischen Begegnungen dieser Saison einreihte. |
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