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Benefizkonzert für Haiti

Mittwoch, 08.09.2010 - 19.30 Uhr

Margarethenkirche, Gotha

Kissinger Operettenzauber

Samstag, 11.09.2010 - 19.30 Uhr

Bad Kissingen | Regenten-Saal

Konzert J1

„Der fliegende Holländer”

Donnerstag, 16.09.2010 - 10.00 Uhr

Kulturhaus Gotha

Mit Musik auf Reisen gehen - Gothaer Tagespost, 05.06.2010

Geigerin Jaffé glänzte mit Philharmonie      

Von Horst Gröner

Gotha. Die scheinbar "leichte Muse" unterhaltsamer klassischer Musik erhält besondere Strahlkraft, wenn sie von einem großen Orchester präsentiert wird. So war es ganz deutlich beim jüngsten Anrechtskonzert der Thüringen Philharmonie Gotha in der Stadthalle zu erleben. Christian Ludwig als Reisebegleiter einer Fahrt im Orient-Express gab locker und mit Wortwitz mit seinen Zwischentexten den Rahmen für die musikalischen Stationen von Paris über Straßburg, Wien, Budapest und Bukarest bis nach Istanbul, dem früheren Konstantinopel.

Glanzpunkt des Abends war ohne Zweifel die charmante Berliner Geigerin Sophia Jaffé. Zart und energisch zugleich brachte sie zunächst von Camille Saint-Saëns "Introduktion und Rondo capricciosa" für Violine und Orchester op. 28. Wunderbar, wie ihr Tsialis mit dem Orchester zu einem einfühlsamen rhythmischen Begleiter wurde und Raum ließ zur spielerischen Entfaltung.

Mit einer atemberaubenden Intensität und Leidenschaft interpretierte sie im zweiten Teil des Abends die "Zigeunerweisen" op. 20 von Pablo de Sarasate. Unvergleichlich, wie sie im Hinschmelzen des Mittelteils oder im furiosen Finale ihr Instrument beherrschte. Bravo-Rufe und begeistertes Trampeln der Zuhörer dankten ihr für diesen außerordentlichen Kunstgenuss, bei dem die Philharmonie gerade durch die zurückhaltende Begleitung einen wesentlichen Anteil hatte.

Die Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach legte den Grundstein zu diesem äußerst anregenden Abend. Schwungvoll führte Chefdirigent Stefanos Tsialis die Musiker und das beim "Can-Can" zum Mitklatschen animierte Publikum durch die Partitur. Die Solostimmen von Klarinette (Horst Endter), Oboe (Rainer Suschka) und Violine (Cesar Ruchar) verhalfen dem populären Stück zu einem besonders einschmeichelnden Ausdruck.

In Emile Waldteufels "Sirenenzauber" kostete Tsialis gleichsam jeden Takt dieses Walzers aus, dem spritzigen Galopp "Bahn frei!" von Eduard Strauß folgte "Gold und Silber" von Franz Lehár, in bester Walzerseligkeit gespielt. Franz von Suppé war mit der schmissigen Ouvertüre zur "Leichten Kavallerie" vertreten; hier konnten vor allem die Trompeten (Maik Vent und Albrecht Frank) ihr großes Können zeigen, aber auch die Streicher mit schwärmerischem Klang brillieren.

Nach dem schwermütigen "Donauwellen-Walzer" des Rumänen Ion Ivanovici gab es noch – mit orientalischem Kolorit - den  "Persischen Marsch" von Johann Strauß (Sohn) und "Auf einem persischen Markt" von Albert Ketèlbey zu hören. Gerade in dem letzten Stück bewiesen die Musiker, dass sie auch gesangstechnisch mit ihrem "„Bakschisch, Mustafa" voll auf der Höhe waren.    

Der "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß (Vater) setzte als Zugabe  – ohne Dirigent gespielt - den Schlusspunkt unter einen höchst vergnüglichen Abend, an dem sich alle Beteiligten zu Recht den rauschenden Beifall verdient hatten.


 

 

Das Spielplanheft 2010/2011
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