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Benefizkonzert für Haiti

Mittwoch, 08.09.2010 - 19.30 Uhr

Gotha | Margarethenkirche

Kissinger Operettenzauber

Samstag, 11.09.2010 - 19.30 Uhr

Bad Kissingen | Regenten-Saal

Konzert J1

„Der fliegende Holländer”

Donnerstag, 16.09.2010 - 10.00 Uhr

Gotha | Kulturhaus

Künstlerisch erfolgreich - Gothaer Allgemeine, 25.06.2010

In der Gewissheit, dass die neue Konzertreihe weitergeht, erlebten die Gothaer das vierte D-Konzert

Mit einem in Konzept und Ausführung erneut absolut stimmigen  Konzert der Reihe D ("Dialoge") am Mittwochabend in der Margarethenkirche hat die Thüringen Philharmonie eine künstlerisch erfolgreiche Spielzeit abgeschlossen.

Von Dieter Albrecht

Gotha.  Nun hatte sich die schwedische Sopranistin Susanne Rydén in dem TA-Interview im April bereits als sympathische Künstlerin empfohlen – und dann kam sie gar nicht. Für die erkrankte Solistin sprang kurzfristig Gabriele Hierdeis ein. Mit ihrer nach heutigen Maßstäben als authentisch geltenden Bach-Interpretation bot sie glücklicherweise weit mehr als nur einen schnellen Ersatz.

Im Mittelpunkt stand diesmal die Kantate "Mein Herze schwimmt im Blut" BWV 199. Zur Frage des Zusammenhangs mit den beiden anderen Werken des Abends muss an dieser Stelle nicht viel gesagt werden, bieten doch die Betrachtungen des geschäftsführenden Intendanten, Günter Müller-Rogalla, im Programmheft genügend Stoff zum tieferen Verstehen der Musik des Abends. Überhaupt soll einmal gesagt werden, dass der Inhalt der Hefte in dieser Spielzeit einen qualitativen Sprung nach vorn geschafft hat.

Aber zurück zu Bach und zu Gabriele Hierdeis, deren schlanker, tragfähiger, in den höheren Lagen anmutig strahlender Sopran sich sehr gut mit der Akustik dieser Kirche vertrug. In der Komposition, die auf barock sinnfällige Weise den Weg von der Reue zur Hoffnung auf Vergebung nachzeichnet, geht in der ersten Arie ("Stumme Seufzer, stille Klagen") die von dieser Gesangsform zu erwartende melodische Ausschmückung selten über die melismatische Zweigliedrigkeit hinaus, das heißt, es kommen gerade mal je zwei Töne auf eine Silbe. Was im Falle ihrer Abwärtsbewegung entsprechend der barocken Affektenlehre für Trauer, Schmerz und Niedergeschlagenheit steht. Im Zusammenspiel mit der wehmütigen Melodik der Oboe ergibt sich eine ergreifende Gesamtstimmung. Die nur etwa zweieinhalb Minuten dauernde, aber reicher verzierte Schlussarie ("Wie freudig ist mein Herz") entlässt die Hörer dann in optimistischer Stimmung.

Am Anfang aber stand "Fratres", ein meditatives Werk des estnischen Komponisten Arvo Pärt für Streichorchester und Schlaginstrumente in der Fassung von 1983. Das ihm eigene ruhige rhythmische Atmen hat das Orchester unter seinem Chefdirigenten Stefanos Tsialis in vorbildlich konzentrierter Haltung Ereignis werden lassen. Als Hörer wird man in ein faszinierendes sakrales Klanggeschehen voller Reinheit und Licht hineingezogen.

Zum Schluss erklang Antonín Dvoráks Böhmische Suite D-Dur op. 39. Schon dieses relativ frühe Werk ist spürbar der heimatlichen Folklore verpflichtet. Prägnant herausgearbeitet wurde in der kraftvollen Polka das rustikale Element, im Menuett war der warme Streicherklang sehr beeindruckend, und in der Romanze war es der ausdrucksvoll malerische Charakter, der bei den Zuhörern gut ankam. Als Zugabe wiederholt werden musste in verkürzter Form das Finale, ein Furiant mit seinen typischen scharfen rhythmischen Akzenten. Denn lang und heftig war der Beifall, der sicherlich nicht allein diesem Konzert galt, sondern zugleich der außerordentlichen Qualität der gesamten neuen Gothaer Konzertreihe.

 

 

Das Spielplanheft 2010/2011
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