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Donnerstag, 16.09.2010 - 10.00 Uhr

Gotha | Kulturhaus

Die Nachtseiten der Musik

Britta SchwarzGroße Klassik mit viel Gefühl präsentiert die Thüringen Philharmonie Gotha in ihrem fünften A-Anrechtskonzert mit dem Titel „Du musst nicht die Nacht in dir verschränken“ am 14. Januar 2010 um 20 Uhr im Kulturhaus Gotha. Traurig, aber auch wieder versöhnlich erklingt die Musik, wenn das Orchester Busonis Nocturne symphonique op. 43, die Kindertotenlieder von Gustav Mahler sowie Bruckners Sinfonie d-moll, „Die Nullte“, aufführen wird.

Ein mysteriöses, nach Schatten und Dunkelheit klingendes Werk schuf Ferruccio Busoni mit seinem Nocturne symphonique. Das Stück ist fast frei von jeder Tonalität und so entstehen vor dem Zuhörer schwankende und schwebende Harmoniefolgen, die an seltsame Erscheinungen und wehmütige Klagen denken lassen. Auf der Farbskala dieses Orchesternocturnes zeigen sich vielfältigste Graustufen, die in ihrem unterschiedlichen Licht dem Werk seine eigentümliche Atmosphäre verleihen. Das Werk wurde 1914 in Berlin uraufgeführt.

Einige Jahre früher, im Januar 1905, erblickten die Kindertotenlieder von Gustav Mahler in Wien das Licht der Welt. Auch wenn der Tod ein omnipräsentes Thema auf der Bühne ist, brach Mahler damals mit der Komposition seiner Kindertotenlieder ein Tabu. Kein Wunder, dass gerade die Ehefrau und Mutter der gemeinsamen Töchter wenig Verständnis für das Interesse des Komponisten an so traurigen Gedanken hatte. Die Vorbehalte seiner Frau Alma gegenüber diesem Zyklus bestätigten sich wenige Jahre später auf tragische Weise, als die gemeinsame Tochter Maria Anna an Scharlach starb. In Mahlers Kindertotenliedern ist dennoch hinter der sie stets bestimmenden Trauer immer auch der lindernde Trost zu spüren, wobei allerdings jeder versöhnliche und hoffnungsvolle Ton, der durchschimmert, ausnahmslos mit einer tiefen Melancholie erfüllt ist.

Seine „Nullte Sinfonie“ komponierte Anton Bruckner nicht, wie man vermuten könnte, vor ihren nummerierten Schwestern, sondern zwischen der ersten und zweiten Sinfonie. Allerdings zog der überaus selbstkritische Komponist das Werk nur zwei Jahre nach seiner Entstehung zurück, um es Zeit seines Lebens als ungültig zu verwerfen. Erst 1924, anlässlich der Feiern zu Bruckners 100. Geburtstag erklang das Stück in Klosterneuburg zum ersten Mal. Die Überwindung einer Nervenkrise und der Umzug nach Wien dürften in Bruckner im Jahr 1869 den Wunsch geweckt haben, sich nach seiner 1. Sinfonie einem sinfonischen Neubeginn zuzuwenden. So scheint es auch, als ob der Komponist viele seiner späteren Charakteristika in dieser Sinfonie erstmalig erproben wollte und darum darf die „Nullte“ in ihrer Bedeutung für die spätere Entwicklung Bruckners nicht unterschätzt werden. Entstanden ist ein frisches und mitreißendes Frühwerk, das wahrscheinlich vollkommen zu Unrecht im Schatten der anderen Sinfonien Anton Bruckners steht.

Den Solopart bei Mahlers Kindertotenliedern übernimmt die Altistin Britta Schwarz. Sie studierte in Berlin und Dresden, konzertierte mit namhaften Orchestern wie den Berliner Philharmonikern und musizierte mit berühmten Dirigenten wie Bruno Weil.
Am Dirigentenpult steht der Chefdirigent und künstlerische Leiter der Thüringen Philharmonie, Stefanos Tsialis.

Karten für das Konzert A5 sind in der Gotha-Information (Tel. 03621 - 5078570) sowie eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse erhältlich.


 

 

Das Spielplanheft 2010/2011
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