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SUMMARY:A6  Wagner und Rott –  Sehnsucht
DESCRIPTION:Einführung: 19:00 Uhr \n \nDIRIGENT Markus Huber  \nSOPRAN Stamatia Gerothanasi  \n \nRICHARD WAGNER Vorspiel zur Oper „Tristan und Isolde“, WWV 90 \nRICHARD WAGNER „Wesendonck-Lieder“ – Fünf Lieder für Frauenstimme nach Gedichten von Mathilde Wesendonck, WWV 91  \nHANS ROTT Sinfonie Nr. 1 E-Dur \n \nSehnsucht – sie ist ein unersättliches Verlangen. Sie schlummert in der Seele und ist besonders in der Musik ein Topos von unermesslicher Tiefe und Komplexität. Die menschliche Existenz ist von ihr durchdrungen und bedingt, von der Begierde gestillt zu werden. Bei vielen Komponisten verbirgt sich eine innerliche Sehnsucht, der Wunsch, Emotionen Ausdruck zu verleihen und dadurch Geltung zu gewinnen. Ihre Vertonungen werden sozusagen zu einem Spiegel tiefster Wünsche, zu einer Brücke zwischen dem Unsagbaren und dem Ausdrücklichen. Doch was ist es, das Komponisten wie Richard Wagner antreibt, diese Sehnsucht in Klänge zu verwandeln? Vielleicht ist es die menschliche Natur selbst, die sich nach dem Transzendenten sehnt, nach etwas, das jenseits der greifbaren Realität liegt. Vielleicht ist es die Suche nach Schönheit, nach Wahrheit, nach dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Universum. Bei den „Wesendonck-Liedern“ beispielsweise handelt es sich um fünf weltentrückte Vertonungen der Gedichte von Mathilde Wesendonck, der Muse Richard Wagners. Die Lieder inspirierten ihn zu seiner Oper „Tristan und Isolde“, in der die gegenseitige Sehnsucht zweier Liebenden, die im Leben nicht vereint sein können, im Wahn und (Liebes-)Tod endet. Die Sehnsucht, die der Komponist Hans Rott in seiner Sinfonie Nr. 1 E-Dur in Töne fasste, war von ganz anderer Art: Es war sein innigster Wunsch, als Komponist von seinen Zeitgenossen anerkannt zu werden. Dabei musste er herbe persönliche Rückschläge einstecken, denn als Lieblingsschüler Anton Bruckners wurde er von dessen Antipoden Johannes Brahms regelmäßig negativ beurteilt. Als Rott nach Mulhouse ins Elsass reiste, um dort eine Stelle als Chorleiter anzutreten, brach sich Rotts schwere psychische Erkrankung Bahn – er litt an „halluzinatorischem Irrsinn und Verfolgungswahn“. Auf der Bahnreise bedrohte er einen Mitreisenden, der sich eine Zigarre anzünden wollte, mit einem Revolver. Rott war der Überzeugung, dass Brahms den Zug mit Dynamit habe befüllen lassen, um ihn endgültig in den Tod zu schicken. Den Rest seines Lebens verbrachte Rott daraufhin in einer Irrenanstalt, in der er zahlreich komponierte, seine Werke aber wieder vernichtete. Er starb 25-jährig – sein sehnlichster Wunsch sollte nicht in Erfüllung gehen … \n\n
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