Samstag

28.09.

19:00 Uhr Ekhoftheater

Barock imPuls

Ein mit Musik vermischtes Melodram für Sprecherin und Orchester von Georg Anton Benda Fassung von 1784 – „Mannheimer Fassung“

Ein singuläres Werk mit eigenwilligem Charakter – ein Werk, das einen der bedeutendsten Mythen der griechischen Antike in den Fokus nimmt: Das „Medea“-Melodram des aus dem Böhmischen stammenden, unter Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg in der Gothaer Hofkapelle wirkenden Komponisten und Instrumentalvirtuosen Georg Anton Benda beeindruckt durch seine unmittelbare Ausdrucksintensität und die eindringliche Vergegenwärtigung vielschichtiger Gefühls- und Gedankenwelten. Kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart, zeigte sich von diesem „mit Musik vermischten Drama“ fasziniert, als er es 1778 in Mannheim höchstpersönlich erlebt hatte. „Wir haben mit größtem Vergnügen zwei Aufführungen von Bendas Medea besucht. Nichts hat mich je mehr beeindruckt! Die Verbindung von Prosa und Musik ist höchst erfreulich. Benda ist einer meiner Lieblingskomponisten.“ Dies schrieb der junge Mozart an seinen Vater Leopold unmittelbar nach der überwältigen Aufführung. Im 18. Jahrhundert bezeichnete man mit dem Begriff „Melodrama“ eine Form, die für damalige Verhältnisse offenbar avantgardistisch genug war, um selbst das Genie des jungen Wolfgang zu beeindrucken: ein Theaterstück mit musikalischer Begleitung, aber mit Rezitationen anstelle von Gesang.

Wenn die Stimme der Medea erklingt, offenbart sich in ihrem schizophrenen Monolog ihr schauerlich-grausames Schicksal: „Hier lieg ich und fleh um Rache auf Jasons Haupt!“ schreit Medea, die Verlassene. Jason, der Vater ihrer Kinder, den sie einst so leidenschaftlich geliebt hat und der erst durch ihre Kraft zu Macht und Herrschaft gelangt ist, hat sie für eine andere Frau verstoßen. Doch Medea hasst so leidenschaftlich, wie sie liebt. Ihre Rache bringt nicht nur dem Königspaar Jason und Krëusa den Tod, sondern lässt sie zur Mörderin der eigenen Kinder werden. Wie kann eine liebende Mutter solche Gräueltaten begehen? Welche Kämpfe toben in Medeas Innern? Seit Jahrtausenden machen Fragen wie diese die antike Tragödie nach Euripides zu einem epochalen Theaterstoff.

 

Fassung von 1784 – „Mannheimer Fassung“‘
Cembalokonzert D-Dur

Musik von Georg Anton Benda
Text von Friedrich Wilhelm Gotter

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Sprecherin: N.N.
Cembalo: Bastian Uhlig
Es spielt das Barockorchester der Thüringen Philharmonie

Die Aufführung von „Medea“ findet statt im Rahmen von:
Güldener Herbst – Festival Alter Musik Thüringen 2024 à Logo Güldener Herbst

Es spielt das Barockorchester der Thüringen Philharmonie
Die Aufführung von „Medea“ findet statt im Rahmen von:
Güldener Herbst – Festival Alter Musik Thüringen 2024

– Programmänderungen vorbehalten –

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