Der Schofar, gefertigt aus einem Antilopenhorn, ist in der jüdischen Tradition ein Instrument mit besonderer ritueller Bedeutung. Wenn der Hornist und Schofarspieler Bar Zemach mit ihm auf die Bühne tritt, spürt man seine Achtung vor dem Instrument. Wenn es dann erklingt, ist es eine Mischung aus Horn und Stimme, klagend, in den Tiefen mächtig und warnend in den Höhen. Bar Zemach beherrscht es meisterhaft – und kann ihm viel mehr Klänge und Töne entlocken als ursprünglich dafür vorgesehen. Deshalb wurde seine Fassung von Max Bruchs „Kol Nidrei“ für Schofar statt für Violoncello zusammen mit Alexej Barchevitch an der Violine und Jascha Nemtsov am Klavier zu einem eindrücklichen Erlebnis. Beim abschließenden Trio für Violine, Horn und Klavier zeigte er, wie präzise und rein dieses schwierige Instrument klingen kann.
Für die Zugabe im Ekhoftheater im Schloss Friedenstein in Gotha war er dann mit dem Schofar ganz allein auf der Bühne. Eindringlich und bewegend klang dieses so eigensinnige Instrument. Es war ein sehr besonderer Konzertabend.
Dieses Konzert fand statt im Rahmen der „Achava Festspiele Thüringen“ und des „Ekhof-Festivals 2026“.
Alle Fotos von Bernd Seydel
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