ARTIST IN RESIDENCE 2026/27

Nils Wanderer | Countertenor


Countertenor Nils Wanderer, Gewinner des „Bundeswettbewerbs Gesang“ und Zweitplatzierter beim „Operalia“, dem renommiertesten Opernwettbewerb der Welt, wird für seine „schöne, dunkle, gut entwickelte und bernsteinfarbene Stimme gepriesen, die […] eine breite Farbpalette entfaltet, mit Ironie, Zärtlichkeit, Groll, Autorität, Großmut, allesamt mit einer bemerkenswerten Aussprache und einer magnetischen Bühnenpräsenz“ (Olyrix).

In der Saison 2025/26 beginnt Wanderer mit der Rückkehr zu einer seiner Paraderollen: Oberon in Brittens „A Midsummer Night’s Dream“. Er tritt in Glyndebourne in Peter Halls beliebter Inszenierung auf. Für seine Darstellung des Oberon wurde Wanderer vielfach gefeiert – die Zeitschrift „Diapason“ lobte ihn als „Countertenor mit perfekt vereinheitlichten Registern und einer übernatürlichen Leichtigkeit in der Phrasierung“.

Im weiteren Verlauf der Saison ist Wanderer als Ottone in Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ am Mecklenburgischen Staatstheater zu erleben, gibt sein Rollendebüt als Prinz Go-Go in Ligetis „Le Grand Macabre“ am Theater Bielefeld und debütiert an der Metropolitan Opera als Leonardo in einer Neuproduktion von Gabriela Lena Franks „El Último Sueño de Frida y Diego“ unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin.

Erstmals wird Nils Wanderer auch im Brucknerhaus Linz auftreten, wo er gemeinsam mit dem Pianisten Daniel Heide ein Solo-Recital präsentiert. Das Programm „Wanderer Between the Worlds“ (Wanderer zwischen den Welten) umfasst eine breite Palette von Genres, darunter auch sein selbst komponiertes Lied „St. Petersburg“. Zudem gestaltet er mit dem Orchestre Symphonique de Québec das genreübergreifende Programm „L’expérience Nils Wanderer“, das Musik von Johann Sebastian Bach bis Leonard Cohen vereint.Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Karriere zählen Auftritte als Tolomeo in Händels „Giulio Cesare in Egitto“ an der Opéra National du Capitole, als Zauberin/Geist in „Dido and Aeneas“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, als Athamas in Händels „Semele“ an der Atlanta Opera sowie als Mary Sunshine im Musical „Chicago“ an der Komischen Oper Berlin.

Als Solist arbeitete Wanderer mit der Akademie für Alte Musik Berlin, Le Concert des Nations, La Folia, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Karlsruher Barockorchester und La Sfera Armoniosa zusammen. Er gastierte an bedeutenden Häusern und Festivals wie der Deutschen Oper Berlin, dem Teatro Massimo Palermo, der Nederlandse Reisopera, dem Barbican London, der Deutschen Oper am Rhein, dem Händel-Festival Halle und dem Festival de Música Antigua de Sevilla. Unter der Leitung von Jordi Savall sang er Händels „Messias“ bei den Salzburger Festspielen sowie Bachs „Matthäuspassion“ in der Philharmonie de Paris, der Chapelle Royale de Versailles und im Auditori Barcelona. Als Liedinterpret konzertierte er mit renommierten Pianisten wie Daniel Heide und Marcelo Amaral.

Wanderers Konzert- und Oratorienrepertoire umfasst über vier Jahrhunderte – von Purcell, Vivaldi, der Familie Bach, Händel und Pergolesi über Berlioz, Wagner und Elgar bis hin zu Bernstein und Cage. Zahlreiche seiner Auftritte wurden von der BBC, dem Bayerischen Rundfunk, dem SWR, Arte, Mezzo und Medici.tv aufgezeichnet. Im Januar 2024 erschien bei Classic Produktion Osnabrück (cpo) die Weltpremieren-Aufnahme von Johann Sigismund Kussers wiederentdeckter Barockoper „Adonis“, in der Wanderer die Rolle des Apollo unter der musikalischen Leitung von Jörg Halubek interpretiert.

Darüber hinaus präsentierte Nils Wanderer sein Pop- und Elektronikprogramm „WANDERER“ beim Lollapalooza Festival Berlin und trat in „Modern Nature“ auf, einer Multimedia-Show im Barbican Centre zu Ehren des Künstlers Derek Jarman, mit Originalmusik von Valgeir Sigurðsson, Max Richter, Kele Okereke und Simon Fisher Turner. Gemeinsam mit der Queer-Ikone Conchita Wurst war er zudem in einem Duo-Konzert im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin zu erleben.