Die Oper ist eine ganz eigene künstliche Welt. Das wurde bei „Verdi und Wagner – Große Operngala“ im Landestheater Eisenach auf besonders eindrückliche Weise lebendig. Das Orchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter der Leitung von Chefdirigent Markus Huber sorgte für feine Klänge genauso wie für Dramatik und Liebesleid. Dazu fünf beeindruckende Solistinnen und Solisten: Die Sopranistinnen Lisa Houben und Elena Patsalidou, Hongyu Chen (Bariton), Simon Lee (Tenor) und David Hong (Bass). Sie sangen für- und miteinander, machten die großen Emotionen hörbar und fanden in der Zugabe aus „La traviata“ von Verdi alle zusammen.
Dass Markus Huber zwischen der Musik scheinbar launig über Werke und Komponisten plauderte und kleine Dialoge mit dem Publikum führte, war unterhaltsam. Aber tatsächlich brach er damit die Schwere der Musik, das Irreale der tragischen Verflechtungen auf, ließ ein wenig das reale Leben einfließen und öffnete damit die Ohren für musikalische Strukturen und Zusammenhänge. So wurde aus einer Operngala ein ganzheitliches Erlebnis, dass dem Wesen der Oper in überraschender Weise bestens entsprach. Das Publikum im nahezu ausverkaufen Landestheater feierte diesen Abend mit begeistertem Beifall.
Wer mehr davon hören will, fahre heute nach Bayreuth ins Markgräflichen Opernhaus, wo, so Huber, die Fortsetzung der Operngala stattfinde.
Alle Fotos von Bernd Seydel
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