„Aus dem Schatten ins Licht“ war ein höchst bewegender Konzertabend im Ekhoftheater im Schloss Friedenstein. Klug, einfühlsam und mit viel kontrollierter Energie interpretierte der Countertenor Nils Wanderer seine Arien und Lieder. Einer der ganz großen Höhepunkte war der Cold-Song des Cold Genius „What power art thou“ von Henry Purcel. Das gelang auch durch die unerbittliche Präzision des Barockorchesters der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter der Leitung von Konzertmeister Alexej Barchevitch.
Überhaupt zeichnete sich dieses Konzert durch die wechselnden Besetzungen aus und schuf dadurch erstaunliche klangliche Vielfalt. Dazu trugen auch die Duette von Nils Wanderer mit dem Theorbe-Spieler Johannes Ötzbrugger bei. Die zwei Lieder von Claudio Monteverdi waren so kunstvoll-zerbrechlich und zugleich emotional stark. Dass sich in die Barockmusik wie selbstverständlich der Song „Fragile“ von Sting einfügte, war schon fast nicht mehr überraschend. Musik lebt immer in der Gegenwart, wenn sie so präsentiert wird. Das Publikum bedankte sich mit sehr begeistertem und anhaltendem Applaus.
Nils Wanderer ist Artist in Residence 2026/27. Man kann sicher sein, dass er noch eine ganze Reihe neuer Klangfarben in das Gothaer Musikleben einbringen wird.

Alle Fotos von Bernd Seydel
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