MUSIKALISCHE LEITUNG | Michael Hofstetter
CHOR | Cantus Thuringia
Es spielt das Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
ORPHEUS | Valer Sabadus
EURYDIKE | Julia Kirchner
AMOR | Anna Sayn
„Orpheus! Ist’s Täuschung, ist’s Wahrheit?“ – Christoph Willibald Glucks Oper setzt unmittelbar mit Orpheus‘ herzzerreißender Klage über seine verstorbene Ehefrau Eurydike ein. Der Gott Amor ermöglicht ihm jedoch, seine geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu befreien. Auf dem Weg aus dem Hades heraus weigert er sich aber gemäß der Weisung der Götter, Eurydike anzusehen – das lässt sie an seiner Liebe zweifeln. Als sich Orpheus schließlich dennoch zu ihr umdreht, stürzt Eurydike zurück in die Unterwelt. Mit seiner fatalen Entscheidung und Tat tritt Orpheus eine Lawine an Emotionen los und zeigt, dass die Kunst, die Musik, der Gesang im Namen der Liebe die Schrecken des Todes zu bezwingen vermögen. Immer wieder markierten die verschiedenen Vertonungen des Orpheus-Mythos Neuerungen auf den Opernbühnen. So stellte Gluck sein Meisterwerk ganz in den Dienst der von ihm propagierten Reform- Oper, also weg von verkünsteltem Virtuosen-Handwerk der Opera seria hin zu einer fokussierten, dramatischen Erzählung mit ausdrucksvoll-emotionaler Musik. Glucks Vertonung der Geschichte von Orpheus ist von einer bis dahin nicht gekannten dramatischen Wahrhaftigkeit und lässt das Publikum tiefen Anteil an den Gefühlswelten der Liebenden nehmen. In der Hauptpartie des Orpheus ist der international gefeierte Star-Countertenor Valer Sabadus zu erleben, der in der Spielzeit 2023/24 Artist in Residence bei der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach war. Er zählt zu den bedeutendsten Rollenvertretern seines Fachs und wird auch dieser Aufführungsserie gesangliche Maßstäbe setzen. Das Barockorchester der Thüringen Philharmonie spielt unter der musikalischen Leitung von Barock-Spezialist Michael Hofstetter, dem Intendanten der Internationalen Gluck-Festspiele Nürnberg.
Oper in drei Akten
Konzertante Aufführung | Fassung von Hector Berlioz in der Bearbeitung von Alfred Dörffel
MUSIK | Christoph Willibald Gluck
LIBRETTO | nach dem Französischen von Pierre Louis Moline in der Übersetzung von Alfred Dörffel
Die Aufführung in Gotha findet im Rahmen des „Ekhof-Festivals 2026“ statt.
Oper von Christoph Gluck in Orchesterbearbeitung von Richard Wagner
MUSIKALISCHE LEITUNG | Michael Hofstetter
AGAMEMNON | Bo Skovhus
KLYTAIMNESTRA | Vero Miller
IPHIGENIE | Francesca Lombardi Mazzulli
ACHILLEUS | Aco Bišćević
KALCHAS | Theo Magongoma
PALLAS ATHENE | Soula Parassidis
EINSTUDIERUNG CHOR | Christoph Dittmar
Cantus Thuringia
ThüringenPhilharmonie Gotha-Eisenach
Wie kein anderer Komponist des 18. Jahrhunderts hat Christoph Gluck die geistige Welt der Romantik und damit auch die großen mythologischen Erzählungen Richard Wagners vorbereitet. Die Verbindung zwischen Gluck und Wagner ist in der Opernwelt einzigartig: Wagner verehrte Gluck und erwies ihm mit seiner Neuorchestrierung und deutschen Übersetzung der „Iphigenie in Aulis“ seine Reverenz. Diese Bearbeitung schlägt eine musikalische Brücke zwischen der Opernästhetik des 18. und der 19. Jahrhunderts und zeigt Gluck als entscheidenden Wegbereiter für Wagners romantisches Musikdrama.
Das Konzert findet im Rahmen der Gluck-Festspiele statt.
Gotha ist weithin als Wiege des europäischen Adels bekannt – kein Geringerer als Herzog Ernst der Fromme trägt den liebevollen Beinamen „Der Opa von Europa“. Kein Wunder also, dass Die Prinzen das royale Flair von Schloss Friedenstein selbst erleben möchten und den krönenden Abschluss ihrer großen Symphonica-2026-Tour beim Friedenstein Open Air 2026 setzen werden.
Am 14. August 2026 heißt es daher: „Thüringen Philharmonie trifft … Die Prinzen – Symphonica 2026“. Seit 35 Jahren regieren Die Prinzen die deutsche Poplandschaft – mit unverkennbarem Sound, pointierten Texten und Hits, die längst zur musikalischen DNA des Landes gehören. Sechs Millionen verkaufte Tonträger, zahlreiche Gold- und Platinplatten sowie zwei Echo-Awards belegen eindrucksvoll: Diese Band ist nicht nur Kult, sie ist Pop-Adel.
Für ihre Jubiläumsproduktion haben Die Prinzen ihre größten Erfolge in ein edles philharmonisches Gewand gehüllt. Gemeinsam mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter der musikalischen Leitung von Christian Dellacher präsentieren sie ein Konzerterlebnis voller Emotionen, musikalischer Finesse und mitreißender Orchesterarrangements – natürlich gekrönt von der gewohnt charmanten Prise Prinzen-Humor. Ein Abend, der Popgeschichte auf glanzvolle Weise neu erklingen lässt.
Am 15. August 2026 kommt Johannes Oerding in den Schlosshof des Friedenstein. Mit seiner unverwechselbaren Stimme, großen Hits und Songs aus seinem neuen Album „Hotel“ verspricht der erfolgreiche Singer-Songwriter einen Sommerabend voller Gefühl, Musik und Gänsehaut in einer der schönsten Open-Air-Kulissen Thüringens.
Das Konzert wird von der Kreissparkasse Gotha und der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach als das das diesjährige Benefizkonzert der Thüringer Sparkassen präsentiert.
Ein besonderer Höhepunkt des Friedenstein Open Air: Giovanni Zarrella, der gefeierte Sänger, Entertainer und Shootingstar der deutschsprachigen Musikszene gastiert unter dem Motto “Eine Italienische Sommernacht 2026“. Mit eigens für diesen Abend arrangierten Liedern entführt er in eine melodische Welt aus Italo-Disco-Pop verbunden mit sinfonischen Klängen. Der gebürtige Hechinger mit italienischen Wurzeln zählt zu den erfolgreichsten Künstlern im deutschsprachigen Raum. Spätestens seit seinem gefeierten TV-Format „Die Giovanni Zarrella Show“ ist er aus der Musik- und Unterhaltungsszene nicht mehr wegzudenken. Bereits im Sommer 2024 und 2025 begeisterte der charismatische Künstler das Publikum bei seinen ausverkauften Open-Air-Konzerten und garantiert auch dieses Jahr ein unvergessliches Musikerlebnis.
Mit „Sounds of Hollywood“ lässt die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach die zeitlose Faszination epischer Filmmusik in einem eindrucksvollen multimedialen Spektakel aufleben. Legendäre Soundtracks großer Kinoklassiker und moderner Blockbuster hüllen Schloss Friedenstein in den Zauber Hollywoods.
Auf einer Großbildleinwand entfalten sich dazu korrespondierende Filmszenen und Sequenzen, die das musikalische Erlebnis visuell intensivieren. Dieses außergewöhnliche Konzert richtet sich nicht nur an passionierte Filmkenner, sondern verspricht auch jungen Kino- und Musikbegeisterten unvergessliche Momente – ein Filmmusik-Event der besonderen Art! Ein rauschhaftes Klangabenteuer für die ganze Familie, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Im Rahmen des Friedenstein Open Air 2026 präsentiert die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach eine ganz besondere Show – die UDO JÜRGENS-GALA mit Peter C. Frank, ein einzigartiges Erlebnis, das emotionaler kaum sein könnte. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und begleitet von einer hochkarätigen Liveband sowie den sinfonischen Klängen der Thüringen Philharmonie interpretiert Peter C. Frank am legendären gläsernen Flügel die bekanntesten Hits und Liedschätze des großen Entertainers Udo Jürgens – mit dem unverwechselbaren Sound, den Generationen von Fans lieben. Freuen Sie sich auf Klassiker wie „Mit 66 Jahren“, „Liebe ohne Leiden“ und „Ich war noch niemals in New York“.
Die UDO JÜRGENS-GALA verspricht einen unvergesslichen Abend voller Erinnerungen, Entertainment und Emotionen und ist eine philharmonische Hommage an einen Jahrhundertkünstler!
Dieses Konzert findet in Kooperation mit den Achava Festspielen Thüringen statt.
Die „Last Night of the Philharmonic Proms – Nils Wanderer & Friends + After Show Concert with Northern Lite“ beim Friedenstein Open Air 2026 ist ein mitreißender, musikalischer Trip durch fantastische Klangwelten.
Im Mittelpunkt: der charismatische Nils Wanderer, stimmgewaltiger Star-Countertenor und Artist in Residence 2026/27 der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Zuletzt gastierte er unter anderem in der Metropolitan Opera New York und bringt genau das auf die Bühne, wofür das Jubiläumsmotto der Philharmonie – „Wanderer zwischen den Welten“ – steht: müheloses Wechseln zwischen Genres, Stilen und Atmosphären. Der international gefeierte Sänger besticht durch seine Intensität und künstlerische Freiheit.
Gemeinsam mit seinen hochkarätigen „Friends“ – Northern Lite, Katharine Mehrling, Tim Neuhaus und Sharon Lyons – entsteht ein Abend voll orchestraler Opulenz und überraschenden Klangfarben.
Und wenn der letzte Ton verklungen ist, geht es erst richtig los: Beim After Show Concert übernehmen Northern Lite mit ihren energiegeladenen Indie-Electropop-Sounds – Feiern und Tanzen ausdrücklich erwünscht.
Konzertbeginn: 19.30 Uhr
After Show Concert: ca. 22.30 bis 1.00 Uhr
Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich ist eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse Thüringens. Hoch über dem Waldboden führt er auf rund 540 Metern Länge durch die grünen Wipfel eines uralten Buchenwaldes – Teil des größten zusammenhängenden Laubwaldgebietes Deutschlands. In etwa 24 Metern Höhe bietet der Pfad spektakuläre Einblicke in das „Dach des Waldes“, während die imposante Aussichtsplattform auf 44 Metern einen weiten Blick über das UNESCO-Weltnaturerbe Hainich freigibt.
Eröffnet wurde der Baumkronenpfad im Jahr 2005 und gilt seither als technisches wie ökologisches Vorzeigeprojekt. Die Konstruktion aus Stahl und Holz fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und wurde so gestaltet, dass sie Tiere und Pflanzen möglichst wenig beeinträchtigt. Neben seiner touristischen Bedeutung erfüllt der Pfad auch wissenschaftliche Zwecke – Forschende untersuchen hier das Leben im Kronenbereich, von seltenen Fledermausarten über Spechte bis zu bunten Schmetterlingen.
Besonders hervorzuheben ist die Barrierefreiheit des Pfades: Ein Aufzug ermöglicht auch Besucherinnen und Besuchern mit Rollstuhl oder Kinderwagen den Zugang bis hoch über die Baumkronen. Startpunkt ist das Nationalparkzentrum Thiemsburg bei Schönstedt, etwa zehn Kilometer westlich von Bad Langensalza. Der Baumkronenpfad im Hainich vereint Natur, Technik und Bildung auf eindrucksvolle Weise – und macht den Wald aus einer völlig neuen Perspektive erlebbar.
Das Dschungelbuch – Familienkonzert
Ein Familienkonzert für Erzähler, Bläseroktett und Schlagzeug
MUSIK | George Bruns, R.B. Sherman & R.M. Sherman
ARRANGEMENTS | Stefan Goerge
ERZÄHLER/TEXTFASSUNG | Patrick Rohbeck
Wer kennt sie nicht, die märchenhafte Geschichte vom Findelkind Mogli, das von wilden Wölfen im indischen Urwald aufgezogen wird? Sie stammt aus dem berühmten „Dschungelbuch“, einer Sammlung von Erzählungen und Gedichten des britischen Autors Rudyard Kipling. Weltbekannt wurden der mutige Mogli, der stets gut gelaunte Bär Balu, der kluge Panther Baghira und der böse Tiger Shir Khan 1967 durch Walt Disneys fantastisches Zeichentrickabenteuer. Disneys „Dschungelbuch“ zählt zu den erfolgreichsten Kinofilmen aller Zeiten, nicht zuletzt durch die Fülle von längst zu Evergreens gewordenen Melodien. Und diese kann man nun, in völlig neuem Gewand, im Konzert erleben. Denn Autor Patrick Rohbeck und Arrangeur Stefan Goerge haben das „Dschungelbuch“ für die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach neu bearbeitet und eingerichtet. Folgt uns in den geheimnisvollen Urwald und erlebt eine mitreißende Geschichte über eine Freundschaft, die Grenzen überwindet. S(w)ingt mit dem verrückten Orang-Utan King Louie, lacht über die urkomische Elefantenparade und lasst euch hypnotisieren von der hinterlistigen Schlange Kaa. Natürlich darf auch der oscarprämierte Song „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ nicht fehlen. Dieser und all die anderen bärenstarken Hits machen das „Dschungelbuch“ zu einem einmaligen musikalischen Spaß für die ganze Familie.
Es spielt das OktoPLUS-Ensemble der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.
MUSIKALISCHE LEITUNG | Alexej Barchevitch
COUNTERTENOR | Nils Wanderer – Artist in Residence 2026
LAUTE/THEORBE | Johannes Ötzbrugger
Es spielt das Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.
Das Konzert „Aus dem Schatten ins Licht“ knüpft an eine ästhetische Grundhaltung des 17. Jahrhunderts an, in der sowohl Malerei als auch Musik stark von Kontrasten geprägt waren. Die Verbindung zur Epoche Rembrandts ergibt sich nicht nur aus der zeitlichen Nähe der ausgewählten Komponisten, sondern auch aus einer gemeinsamen künstlerischen Idee: der bewussten Gestaltung von Hell-Dunkel-Effekten.
Rembrandt van Rijns Maltechnik des „Chiaroscuro“ – die modellierende Gegenüberstellung von Licht und Schatten – verleiht seinen Bildern eine außergewöhnliche räumliche und psychologische Tiefe. In der Musik derselben Epoche findet sich ein analoges Ausdrucksprinzip: Komponisten wie Claudio Monteverdi, Francesco Cavalli, John Dowland oder Heinrich Ignaz Franz Biber arbeiteten mit starken harmonischen, dynamischen und satztechnischen Kontrasten, um Texte und Affekte präzise darzustellen. Diese barocke „Tonmalerei“ diente nicht nur der Beschreibung konkreter Inhalte, sondern vor allem der Verdeutlichung emotionaler Spannungen.
Im Zentrum des Konzerts steht der Countertenor Nils Wanderer, dessen Stimmfarbe und interpretatorischer Ansatz auf besondere Weise an das barocke Prinzip des Chiaroscuro anknüpfen. Wie Rembrandt Licht und Schatten für plastische Wirkung nutzte, gestaltet Wanderer musikalische Kontraste nicht als bloße Effekte, sondern als Ausdrucksträger: klare Linien im Leuchten der Höhe, eine dunklere, fast erdige Klangnuance in den tieferen Registern und sorgfältig herausmodellierte Phrasenübergänge. Durch Wanderers einzigartige Stimme, seine präzise Textbehandlung und seine interpretatorische Hingabe entstehen Klangräume, die das tonmalerische Konzept von Licht und Schatten in allen Facetten hör- und erfahrbar machen.
Mit Arien und Instrumentalwerken von Claudio Monteverdi, John Dowland, Francesco Cavalli, Henry Purcell, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel, Heinrich Ignaz Franz Biber, Giuseppe Tartini, Arcangelo Corelli und Wolfgang Carl Briegel
Die Aufführung in Gotha findet im Rahmen des „Ekhof-Festivals 2026“ statt.
EISENACH | Revolution und Inspiration – Luther und Bach.
Errungenschaften von globaler Bedeutung gingen von Thüringen hinaus in die Welt: Martin Luther übersetzte 1521/1522 das Neue Testament auf der Wartburg aus dem griechischen Grundtext ins Deutsche, was einen entscheidenden Beitrag zur Sprache und Reformation leistete. Er wollte, dass jeder die Bibel auf Deutsch lesen und verstehen kann. Luther schrieb zudem zahlreiche Kirchenlieder in deutscher Sprache, um Gottesdienste für die Gemeinde verständlich und erbaulich zu gestalten. Offensichtlich wusste er auch um die heilsame Wirkung der Musik: „Musica ist das beste Labsal eines betrübten Menschen, dadurch das Herze wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird.“ Die Wirkungsstätten des einstigen Visionärs und Revolutionärs sind spannende Zeugnisse jener Zeit: Ob Wandern auf dem Lutherweg, Museumsbesuche an seinen Lebensstationen oder spezielle Führungen – es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich dem berühmten Reformator zu nähern.
Schon gewusst? Mehr als 300 Begriffe und Sprichwörter aus Luthers Übersetzung sind bis heute sind im täglichen Sprachgebrauch präsent, darunter umgangssprachliche Redewendungen wie „der Stein des Anstoßes sein“, „Perlen vor die Säue werfen“, „sein Licht unter den Scheffel stellen“, „Hochmut kommt vor dem Fall“ oder auch „Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis und tanzt“.
Doch die Wartburg war nicht nur reformatorischer Schauplatz: Hier soll es den legendären Sängerkrieg gegeben haben, der Richard Wagner zu seiner Oper „Tannhäuser“ inspirierte. Vom Burgberg hinab in die Stadt Eisenach, in der der weltberühmte Komponist Johann Sebastian Bach 1685 das Licht der Welt erblickte. Hier verbrachte er seine ersten zehn Lebensjahre und erhielt Musikunterricht, sang im Schulchor, besuchte die Lateinschule und lernte Geige spielen. Mit über 1.000 Kompositionen, darunter berühmte Werke wie die Matthäus-Passion, das Weihnachtsoratorium, die Brandenburgischen Konzerte und die Goldberg-Variationen, die er in seinem Leben schuf, repräsentiert Bach die Spitze des Barockstils und gilt bis heute als unübertroffenes Genie der Musikgeschichte.
Tipp: Lutherhaus und Bachhaus. Die multimediale Dauerausstellung „Luther und die Bibel“ im Lutherhaus, eines der ältesten Fachwerkhäuser Thüringens und ehemaliger Wohnort Martin Luthers, bietet Einblicke in das Leben des Reformators, seine Bibelübersetzung und beherbergt historische Schätze wie mittelalterliche Kunstwerke. Das Bachhaus zeigt die weltweit größte Ausstellung über den Komponisten J. S. Bach, inklusive „begehbarem Musikstück“ – einer 180-Grad-Projektion, die Besucher in vier unterschiedliche Bach-Aufführungen hineinversetzt. Auf 600 m² zeigt das Museum über 300 Originalexponate, darunter historische Instrumente.
Gleich hinter der Wartburgallee öffnet sich der Kartausgarten, ein rund 3,8 Hektar großer Landschaftspark und damit der älteste botanische Garten Eisenachs. Dort befindet sich die prächtige Wandelhalle, die 1906 als Teil des einstigen Kurbetriebs eingeweiht wurde. Das salzhaltige Heilwasser stammte aus der Karolinenquelle, doch der Kurort war nur von kurzer Dauer – bereits 1938 endete der Betrieb.
Nach aufwendiger Sanierung dient die Wandelhalle heute als stimmungsvolle Kulisse für Konzerte, Ausstellungen und Sommerfeste. Im angrenzenden Park wachsen exotische und seltene Gehölze, die den historischen Garten mit lebendiger Natur erfüllen.
Im Zentrum des Gartens steht das klassizistische Gärtnerhaus mit dem romantischen Teezimmer, dessen Wände mit aufwendig restaurierten französischen Bildtapeten geschmückt sind. Die Motive erzählen die antike Liebesgeschichte von „Amor und Psyche“ – ein zauberhafter Raum, der Besucher auf eine kleine Zeitreise entführt.
Nicht weit davon erhebt sich die Reuter-Villa, ein neorenaissance Bau, in dem seit 1897 das Reuter-Wagner-Museum untergebracht ist. Der Dichter Fritz Reuter lebte hier bis zu seinem Tod, und sein literarisches Andenken verschmilzt mit dem musikalischen Erbe von Richard Wagner: In Eisenach bewahrt man die weltweit zweitgrößte Wagner-Sammlung nach Bayreuth.
Über 20.000 Objekte dokumentieren Wagners Leben und Werk: Autographen, originale Briefe, Partituren (darunter die handgeschriebene „Rienzi“-Partitur), seine Totenmaske, ein Klavier, auf dem er gespielt hat – sogar zahlreiche Kuriosa wie Pfeifen, Liköre oder Bürsten gehören dazu.
Ein besonders kostbarer Schatz ist die Bibliothek mit rund 5.500 Bänden: alte Drucke, Musikhandschriften, Zeitungsarchive – ein echtes Archiv der Wagner-Rezeption des 19. und 20. Jahrhunderts.
Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich das Stadtschloss am Markt, heute Sitz des Thüringer Museums. Im barocken Ambiente des Schlosses verbinden sich Kunst, Kultur und Stadtgeschichte: Ausstellungen zeigen Thüringer Porzellan, historische Möbel, Gegenstände des Alltags und das kunstvolle Schmiedeeisenhandwerk.
Ein besonders spektakuläres Objekt: ein wiederentdeckter Karton, eine monumentale Vorzeichnung für das Sgraffito von Wagners Haus „Wahnfried“ in Bayreuth. Das Werk zeigt Wotan und Siegfried aus dem Ring-Zyklus und wurde nach Restaurierung im Stadtschloss präsentiert.
Hier wird Eisenachs kulturelles Erbe nicht nur lebendig – es knüpft eine Brücke von der Reformation über barocke Musik bis zu deutsch-romantischer Dichtung und Komposition.
Chanson d’Amour – Nikolaikirche Eisenach
TENOR/KLAVIER | Aco Bišćević
TANZ/EINRICHTUNG | Alberto Pagani
Mit Musikerinnen und Musikern der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
Als Topos ist die Liebe in der Musikgeschichte Ideal und Widerspruch zugleich: Sie ist Objekt einer ästhetischen Formung, aber immer schon von den Bedingungen gesellschaftlicher Existenz durchzogen. Das Kammerkonzert „Chanson d’amour – Eine musikalische Liebeserklärung“ spannt diesen Begriff historisch auf – von den ornamentalen Figurationen Jean-Philippe Rameaus bis zu den expressiven Chansons Edith Piafs – und lässt hören, wie sich das Bild der Liebe im Spiegel der musikalischen Praxis verändert. Im Barock erscheint die Liebe als harmonische Fiktion, eine Kunst, die das Gefühl in die Strukturen höfischer Konvention einbettet. Jede Verzierungsfigur, jede Affektwendung markiert die Grenze zwischen dem Privaten und dem Repräsentierten, zwischen individueller Sehnsucht und gesellschaftlicher Ordnung. Später, in der romantischen Arien- und Liedtradition, beginnt die Liebe zu sprechen – das „Ich“ tritt besonders hervor. Die Chansons des 20. Jahrhunderts schließlich bringen die Liebe als existentielle Erfahrung auf die Bühne: roh, unmittelbar und leidenschaftlich.
Das Konzertprogramm umfasst ausgewählte Werke aus sämtlichen Epochen der Musikgeschichte, um diese historisch wechselnden Nuancen sinnlich erfahrbar zu machen. Tenor Aco Bišćević und Tänzer Alberto Pagani verbinden diese musikalischen Stile und präsentieren die Liebe dabei nicht nur als bloßes Motiv, sondern imaginieren auch substanziell idyllische Naturbilder sowie intime und pastorale Szenen.
Mit Werken von Jean-Philippe Rameau, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Giuseppe Tartini, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Claude Debussy, Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel, Hildegard Knef und Edith Piaf
TENOR/KLAVIER | Aco Bišćević
TANZ/EINRICHTUNG | Alberto Pagani
Mit Musikerinnen und Musikern der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
Als Topos ist die Liebe in der Musikgeschichte Ideal und Widerspruch zugleich: Sie ist Objekt einer ästhetischen Formung, aber immer schon von den Bedingungen gesellschaftlicher Existenz durchzogen. Das Kammerkonzert „Chanson d’amour – Eine musikalische Liebeserklärung“ spannt diesen Begriff historisch auf – von den ornamentalen Figurationen Jean-Philippe Rameaus bis zu den expressiven Chansons Edith Piafs – und lässt hören, wie sich das Bild der Liebe im Spiegel der musikalischen Praxis verändert. Im Barock erscheint die Liebe als harmonische Fiktion, eine Kunst, die das Gefühl in die Strukturen höfischer Konvention einbettet. Jede Verzierungsfigur, jede Affektwendung markiert die Grenze zwischen dem Privaten und dem Repräsentierten, zwischen individueller Sehnsucht und gesellschaftlicher Ordnung. Später, in der romantischen Arien- und Liedtradition, beginnt die Liebe zu sprechen – das „Ich“ tritt besonders hervor. Die Chansons des 20. Jahrhunderts schließlich bringen die Liebe als existentielle Erfahrung auf die Bühne: roh, unmittelbar und leidenschaftlich.
Das Konzertprogramm umfasst ausgewählte Werke aus sämtlichen Epochen der Musikgeschichte, um diese historisch wechselnden Nuancen sinnlich erfahrbar zu machen. Tenor Aco Bišćević und Tänzer Alberto Pagani verbinden diese musikalischen Stile und präsentieren die Liebe dabei nicht nur als bloßes Motiv, sondern imaginieren auch substanziell idyllische Naturbilder sowie intime und pastorale Szenen.
Mit Werken von Jean-Philippe Rameau, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Giuseppe Tartini, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Claude Debussy, Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel, Hildegard Knef und Edith Piaf
Die Aufführung in Gotha findet im Rahmen des „Ekhof-Festivals 2026“ statt.