Freitag

19.04.

19:30 Uhr Landestheater Eisenach

Konzerte in Eisenach

Landestheater Eisenach | 19:30 Uhr (6. Sinfoniekonzert)

Dirigent: Charles Olivieri-Munroe

Violine: Ivan Ženatý

Christos Hatzis: „The Isle is Full of Noises“

Antonín Dvořák: Konzert für Violine a-Moll op. 53

Pjotr I. Tschaikowsky: Orchestersuite Nr. 3 G-Dur op. 55

Hatzis, Dvořák, Tschaikowsky – drei vollkommen unterschiedliche und kaum miteinander zu vergleichende Komponisten; kurzum: Tönende Kontraste! Und doch verbindet diese drei Genies eines: die formvollendete Fähigkeit der authentischen und wahrhaftigen Klangexpression. So taucht die Musik bei Christos Hatzis‘ „The Isle is Full of Noises“ allmählich aus den Untiefen des orchestralen Spektrums in einer modernen, tonal durchaus vagen Sprache auf, die peu à peu impressionistische Züge Debussys annimmt, zudem aber auch die Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ von Mendelssohn Bartholdy paraphrasiert. Das Werk, das mit einem Ur-Atmen beginnt, geht allmählich in Harmonie und Melodie über und spielt sich zum Ende hin auf furiose Weise frei.

Mit einem schwungvollen Furiant beginnt das Finale aus Antonín Dvořáks Violinkonzert a-Moll – der tschechische Meister instrumentiert diesen slawischen Volkstanz nahezu überirdisch, als wäre es romantischer Engelsreigen. Überhaupt umranken einander die Solo-Violine und die Orchesterstimmen über sämtliche Sätze hinweg, ohne dabei zu sehr in Kitsch und Sentimentalität abzuschweifen. So war es wohl die böhmische Seele des Komponisten, die sich im melismischen Pathos des Violinkonzerts niederschlug. Trotz seiner hinreißend träumerischen Klangästhetik steht es ungerechtfertigterweise im Schatten des Dvořák’schen Cellokonzerts, dabei ist es eines der bedeutendsten Werke dieser Gattung, die das 19. Jahrhundert hervorgebracht hat.

Die längste und bekannteste seiner vier Orchestersuiten, die Nr. 3 G-Dur op. 55, brachte Pjotr I. Tschaikowsky anno 1884 zu Papier. Ursprünglich unsicher, ob sein neues, groß angelegtes Werk am besten als Sinfonie oder als Klavierkonzert angelegt werden sollte, entschied er sich für die damals äußerst populäre Variante der Orchestersuite. Der ursprünglich vorgesehene erste Satz mit dem Titel „Kontraste“ bereitete dem Komponisten so viel Kopfzerbrechen, dass er ihn schließlich ganz verwarf und sich stattdessen neu inspirieren ließ. Das Ergebnis war ein monumental klingendes, äußerst tänzerisches Werk mit russischem Lokalkolorit, das hinsichtlich seiner formalen Anlagen, seiner Besetzung und zeitlichen Ausdehnung sowie seines musikalischen Reichtums wie eine „heimliche“ Sinfonie anmutet.

 

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