Es ist eine ergreifende, hoch emotionale und in ihrem Kern düstere Geschichte: der große Monolog der Medea, die von Rachewut zerfressen zwischen Mutterliebe und tiefster Verbitterung schwankt. Am Ende sterben ihre beiden Söhne, sie selbst ist gebrochen und ohne Lebenswillen.
Das Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und die Sprecherin Eva Vogel ließen das Melodram „Medea“ von Georg Anton Benda im Ekhoftheater im Schloss Friedenstein in Gotha auf beeindruckende Weise erklingen. Am Anfang war der Text wie ein Bericht, doch dann verwandelte ihn Eva Vogel immer mehr in eine szenische, dramatische Lesung. Im intensiven Dialog mit dem Orchester wurde der Wahnsinn Medeas, ihre völlige Übersteigerung in den Hass geradezu physisch präsent. Lichteffekte verstärkten den Eindruck, die historische Windmaschine kam zum Einsatz, das Orchester wurde sogar einmal zum lautstarken Volk.
Am Schluss gab es intensiven Applaus eines Publikums, das noch immer unter dem Eindruck des gerade erlebten Dramas stand.
Alle Fotos von Bernd Seydel
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